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365 Tage Sommer auf dem Teller dank Tiefkühlkost

Regional und Saisonal im Winter einkaufen zu gehen, bringt einen schnell an Grenzen. Denn im Januar beispielsweise haben wir dann hier in Deutschland an Obstauswahl nur Äpfel und Birnen zur Verfügung. Und auch hier ist die Frage, ob die Mittel, die dazu genutzt werden, das im Herbst geerntete Obst so lange frisch zu halten, wirklich so umweltfreundlich sind. Beim Gemüse sieht es schon etwas besser aus, Champignons haben genauso Hauptsaison wie Feldsalat, Grünkohl, Kürbis, Kartoffeln und einiges mehr. Die Seite Deutsches-Obst-und-Gemüse.de bietet einen Saisonkalender mit Drop-Down-Menü bei dem man sowohl zwischen den einzelnen Monaten als auch zwischen Obst und Gemüse wählen kann. Welche Alternativen gibt es zu den Exoten in der Obst- und Gemüseabteilung und zu eigentlich heimischen Produkten, die im Winter aus dem Mittelmeerraum oder Übersee stammen? 

 

Eine gesunde Alternative für 365 Tage Sommer auf dem Teller bietet Tiefkühlobst & -gemüse. Direkt nach der Ernte werden die Früchte oder das Gemüse schockgefrostet, dadurch bleiben nahezu alle Vitamine erhalten. Schonend im Kühlschrank über Nacht aufgetaut, am besten in einem Behälter, in dem das Tauwasser aufgefangen wird (unbedingt wegkippen!), minimiert man auch das bakterielle Risiko. Ganz wichtig bei tiefgekühlten Produkten, egal welcher Art: sobald sich Eiskristalle gebildet haben, Lebensmittel entsorgen. Das heißt, dass das Produkt irgendwann in der Lieferkette aufgetaut oder angetaut ist und dann wieder eingefroren wurde. Das Risiko einer bakteriellen Belastung ist hier besonders groß. Das gilt auch für den heimischen Gefrierschrank. Haben sich hier an den Wänden oder an der Decke schon sichtbare Mengen von Eis gebildet ist es Zeit diesen zu enteisen. Denn das Eis stört nicht nur die Kältezirkulation, es kostet auch mehr Strom.

 

Wie lange sind eigentlich selbstgekochte Gerichte und Lebensmittel haltbar, wenn ich sie einfriere?

 

Wichtig ist, beim Einfrieren darauf zu achten, dass die Lebensmittel komplett abgekühlt sind. Gut verschlossen in einer Tupperdose oder in einem Gefrierbeutel ohne Luft lassen sich selbst gekochte Mahlzeiten längere Zeit im Gefrierfach aufbewahren. Das Gleiche gilt im übrigen auch für gekochte Lebensmittel, die man im Kühlschrank aufbewahren möchte. Heiße Speisen führen zu einer Erhöhung der Temperatur im Kühlschrank/Tiefkühler, welche wiederum den Verderb von anderen, dort gelagerten Lebensmittel fördert. Darüber hinaus wird auch die Bakterien- und Keimbildung durch eine Temperaturerhöhung gefördert.

 

Das Bundeszentrum für Ernährung gibt hier allgemeine Informationen zum Einfrieren von Lebensmitteln. 

 

Wichtig ist jedoch nicht nur das richtige Einfrieren, sondern auch das richtige Auftauen. Wenn man zum Beispiel Fleisch (oder auch Fisch) auftaut, ist das Risiko einer erhöhten Keim und Bakterienbildung bei Zimmertemperatur viel höher als beim Auftauen im Kühlschrank, das Fleisch (oder der Fisch) kann viel schneller verderben. Idealerweise sollte deswegen auch Fleisch und Fisch, wie oben erwähnt in einem Gefäß aufgetaut werden, in dem der Fleischsaft und das Tauwasser ablaufen kann. Bei Geflügel ist die Gefahr von Salmonellen beim Auftauen besonders hoch. Der Fleischsaft sollte unbedingt verworfen werden, gefrorenes Fleisch und Fisch sollte darüber hinaus in jedem Fall durchgebraten werden. Allgemeine Tipps zum richtigen Auftauen bzw. zur richtigen Verwendung von tiefgekühlten Produkten gibt das Deutsche Tiefkühlinstitut e.V. hier.

 

Sind tiefgekühlte Produkte denn jetzt gesund oder nicht?

 

Auf diese Frage gibt es keine pauschal richtige Antwort. Selbst bei den Convenience (Fertig-) Produkten gibt es inzwischen eine relativ große Produktpalette an Mahlzeiten, die man in die Kategorie gesund und vollwertig einteilen kann. Ein gutes Kriterium um diese Einteilung zu treffen ist zum einen die Energiedichte, also die Menge an Kalorien auf 100 g eines Produktes. Liegt der Wert bei unter 200 kcal/100 g so kann man von einer mittleren, unter 100 kcal/ 100g von einer niedrigen Energiedichte sprechen. Beides ist günstig.

 

Zum anderen kann auf die Liste der Inhaltsstoffe geachtet werden. Ist die Zutatenliste kurz und enthält nur Dinge, die man kennt und weiß was damit gemeint ist? Auch dann wird die Einteilung in gesund erfolgreich sein.

 

Zum Vergleich zwei Zutatenlisten

(unbezahlte Werbung, da Hersteller genannt):

 

1. Pasta mit mediterranem Gemüse (Frosta)

Nährwerte:            92 kcal/ 100g

                                  2,2 g Fett

                                  13,4 g Kohlenhydrate

                                  3,7 g Eiweiß

Zutaten: Rigatoni-Nudeln gegart (29%) (Trinkwasser, Hartweizengrieß), Zucchini (17%), gelbe Zucchini (13%), getrocknete Tomaten (13%) (Tomaten, Trinkwasser, Speisesalz), Cherrytomaten (10%), Trinkwasser, Tomatenmark (für AT: Paradeismark), natives Olivenöl extra, Pecorino, Honig, Basilikum, Speisesalz, Knoblauch, Paprika gemahlen, Cayennepfeffer, schwarzer Pfeffer.

 

2. Pizza Salame (Dr. Oetker):

Nährwerte:            273 kcal / 100g

                                  14 g Fett

                                  26 g Kohlenhydrate

                                  10 g Eiweiß

Zutaten: Weizenmehl, zerkleinerte Tomaten (30%), Käse (schnittfester Mozzarella, Edamer 15%), Salami (Schweinefleisch), Speck, Gewürze, jodiertes Nitritpökelsalz, Dextrose, Salz, Gewürzextrakt, Rauch (12,8%), Wasser, pflanzliches Öl, Backhefe, jodiertes Speisesalz, modifizierte Stärke, Würzmittel (Kochsalz, hydrolysiertes Sojaeiweiß, pflanzliche Öle und Fette z. T. gehärtet, Hefeextrakt, Glucosesirup, Würzgemüse (Karotten, Zwiebeln, Selleriesalat), Karamell, Pfeffer, Oregano, Paprika, Säuerungsmittel (Milchsäure), Petersilie

 

Das erste Produkt ist sowohl durch die niedrige Energiedichte, als auch durch ausschließlich natürliche Inhaltsstoffe klar in die Kategorie gesund einzuteilen, das zweite Produkt fällt in beiden Kategorien durch. Vergleich man abschließend noch einmal  allein den Kaloriengehalt pro Portion, so fällt die Pizza mit 873 kcal (1 Portion 320g) ins Gewicht, die Nudeln mit 345 kcal (eine Portion 375g) wobei die Nudelportion rein mengenmäßig sogar größer ausfällt.

 

Tiefkühlprodukte sind also am Ende des Tages gar nicht so schlecht, wie man meinen mag, es kommt tatsächlich nur darauf an, was genau alles enthalten ist. Sie können einem im Alltag das Kochen erleichtern und auch im Winter hat man dank tiefgekühlter Produkte ein bisschen Sommer auf dem Teller. 

 

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