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Grundsätze einer gesunden Ernährung Teil 1

Oftmals wird mir die Frage gestellt, was eigentlich eine gesunde Ernährung alles so ausmacht, wie man sich gesünder ernähren kann und welche Produkte man am besten essen oder trinken sollte und welche nicht. 

 

In diesem Artikel werde ich einen kleinen Überblick über dieses Thema geben und berichten, warum ich ausschließlich produktneutral berate. 

 

Ganz wichtig vorweg: Eine gesunde Ernährung hat so gar nichts damit zu tun, Produkt X oder Y in rauen Mengen zu essen. In der Satzung der Zentrale für Ernährungsberatung, Norddeutschlands größtem Netzwerk aus Ernährungsfachkräften steht so schön geschrieben: wir beraten produktneutral. Und das aus gutem Grund. Wenn uns die Marketing-Abteilung von irgendeinem Großkonzern weiß machen möchte, dass wir unbedingt den neusten Joghurt brauchen, um unsere Darmflora mal richtig auf Vordermann zu bringen, dann ist das vielleicht nicht ganz falsch. Ich als Ernährungswissenschaftlerin kann mich dann aber zu Recht hinstellen und sagen, der normale Naturjoghurt ohne bunte Verpackung aus dem Discounter es auch tut. Und dabei kostet er vielleicht ein Drittel.

 

Bei einer gesunden und vollwertigen Ernährung kommt es viel eher darauf an, möglichst  unverarbeitete oder wenig verarbeitete Lebensmittel zu essen. Klar sind wir Menschen gerade in der heutigen Zeit darauf gepolt, nach der schnellstmöglichen Lösung zu suchen. Doch unsere Ernährung sollte kein Quickfix sein. Schließlich geht es doch auch um unseren Körper und unsere Gesundheit.

 

Durch Produkt XY werden sicher keine langwierigen Ernährungsprobleme gelöst. Möglichst teuer und möglichst exotisch ist eher ein Garant für einen extrem großen CO2 Fußabdruck. Siehe: die jetzt schon fast wieder verpönten Avocados, nachdem herausgekommen ist, wie viel Wasser und Land für den Anbau benötigt wird. Ein anderes Beispiel sind Bio-Produkte. Mit Bio-Produkten kann man viel richtig, aber auch eine Menge falsch machen. Oftmals sind Produkte in Bio-Qualität zwar weniger verarbeitet und enthalten weniger künstliche Aromen, dennoch kann auch hier jede Menge Zucker und Fett enthalten sein.  

 

Einfacher geht es mit dem Konzept der Vollwertkost. Eigentlich ein alter Hut, seit einiger Zeit jetzt unter dem Namen cleaneating wieder neu entdeckt. Stark verarbeitete Lebensmittel werden gemieden genauso wie Zucker, Weißmehl, gesättigte Fette, Transfette und Alkohol. Vor allem Zucker, Weißmehl, gesättigte Fette und Transfette findet man in Frittiertem (Pommes & Burger) Fertigprodukten (Pizza, Lasagne usw.) aber auch in Backwaren wie Plundergebäck und Teigtaschen. Grund dafür ist der geringe Gehalt an die für den Körper wichtigen Nährstoffe wie Vitamine und Mineralien, Mengen und Spurenelementen. Transfette erhöhen beispielsweise den Bedarf an essenziellen Fettsäuren im Körper zusätzlich.

 

Stattdessen kommt jede Mengen Gemüse und Obst auf den Teller, am besten regional und saisonal. Als Sättigungsbeilage dienen Vollkornprodukte wie Vollkornnudeln oder -reis, Haferflocken, Kartoffel oder Süßkartoffeln. Fisch, Fleisch, Eier und Käse aus regionaler Herkunft können den Eiweißbedarf genauso decken wie vegane Produkte aus Soja, Seitan, Lupinen oder anderen Hülsenfrüchten. Bei den Fleischersatzprodukten ist ein Blick auf die Zutatenliste hilfreich, oftmals werden eine Vielzahl an Aromen genutzt, um ein möglichst stimmiges Geschmackserlebnis zu bieten. Soja, Tofu und Saitan sind von Natur aus sehr geschmacksneutral beziehungsweise haben kaum Eigengeschmack. Hochwertige Pflanzenöle decken den Bedarf an essenziellen Fettsäuren genauso wie Nüsse und Samen.

 

Im Gegensatz zu Mode-Diäten wie Keto, Low-Carb, Schlank im Schlaf,…. handelt es sich bei Vollwertkost oder cleaneating um keine kurzfristige Lösung zur schnellen Gewichtsreduktion, sondern um einen Weg zu mehr Gesundheit und Wohlbefinden. Eine Gewichtsabnahme ist nicht ausgeschlossen, sie erfolgt dafür aber langfristig und vor allem nachhaltig.

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